Unser Haus

Ein Haus mit Geschichte

Ein Haus mit Geschichte

Von der Branntweinbrennerei zum ver.di Bildungszentrum
Urlaubsgäste aus Hamburg treffen im Erholungsheim des Gemeinde- und Staatsarbeiterverbandes in Undeloh ein, um 1925 ver.di Urlaubsgäste aus Hamburg treffen im Erholungsheim des Gemeinde- und Staatsarbeiterverbandes in Undeloh ein, um 1925

Etwa im Jahr 1330 wurde die Hofstelle erstmalig urkundlich erwähnt. Der spätere Hausname "Brenners Hus" erklärt sich aus der für die Zeit von 1722 bis 1786 bezeugten Branntweinbrennerei.

  • 1925
    Erwerb des alten Bauernhauses durch den freigewerkschaftlichen Gemeinde- und Staatsarbeiterverband Hamburg; Ausbau durch seine Mitglieder; Nutzung als Erholungsheim und Schulungseinrichtung
  • 1931
    Erweiterung durch ein Klinkergebäude mit Hartdach (existiert noch heute)
  • 1933
    Letzte gewerkschaftliche Veranstaltung am 1. Mai 1933, organisiert von Adolph Kummernuss; nach Verbot der Gewerkschaften Enteignung und Übernahme des Hauses durch die NS-Organisation "Deutsche Arbeitsfront" / "Kraft durch Freude"
  • 1935
    brannte das alte reetgedeckte Bauernhaus ab.
  • 1945-1949
    Nutzung zur Unterbringung von Flüchtlingskindern durch den Landkreis
  • 1949
    Rückgabe an die Gewerkschaft ÖTV, nach Renovierung ab 1950 Nutzung als Erholungsheim; benannt nach Albert Ihle, dem langjährigen Bezirksleiter des Gesamtverbandes Hamburg
  • 1953/54
    Erweiterung durch ein neues Klinkergebäude (existiert noch heute)
  • 1968
    Umwandlung des Hauses in Bundesjugendschule (Kapazität für 34 Personen) durch ÖTV-Hauptvorstand beschlossen; Bau eines Seminartraktes in Fertigbauweise mit Flachdach
  • 1971
    Namensgebung der Bundesjugendschule nach dem ersten ÖTV-Vorsitzenden Adolph-Kummernuss
  • 1976
    Umwandlung der Bundesjugendschule in eine "Zentrale Bildungsstätte" der ÖTV
  • 1977
    Baupolizeiliche Sperrung des neuen Seminartrakts wegen akuter Einsturzgefahr; Durchführung der Seminare unter provisorischen Rahmenbedingungen
  • 1978
    Planung: Erweiterung der Kapazitäten auf 61 Zimmer und Modernisierung der Standards im Seminar-, Wohn- und Freizeitbereich
  • 1981
    Nach langwierigem Genehmigungsverfahren (wegen der Lage im Naturschutzgebiet) Beginn der Baumaßnahmen
  • 1982
    Wiedereröffnung der Bildungsstätte

Aus den Erinnerungen von Arthur Timm

an seine Betriebsratstätigkeit beim "Strom und Hafenbau" in Hamburg in den Jahren 1919-1931 (niedergeschrieben 1954)

"Außer der vielen Kleinarbeit beschäftigten sich die Abteilungsbetriebsräte mit:
.................
8. dem Aufbau des "Urlaubsheimes Undeloh"

Weiter haben sich die Betriebsratsmitglieder mit am Aufbau des gewerkschaftlichen "Urlaubsheim Undeloh" (Albert-Ihle-Haus) in der Lüneburger Heide beteiligt. Bevor die zerrüttete Währung alles nahm, wurde von Seiten alter Gewerkschafter der Wunsch laut, unweit der Großstadt, in freier Natur, eine Stätte der Erholung zu schaffen. Nach Kauf eines entsprechenden Grundstücks ging es an die Arbeit.

Hierbei sei besonders Emil Bien erwähnt, welcher die Seele des Gedankens war und sich um den Aufbau und die Verwaltung des Heimes sehr verdient gemacht hat.

Der Anfang war schwer. Niedrige Löhne und ein gewisser Pessimismus unter vielen Mitgliedern in bezug – wer kann das bezahlen, wer hat soviel Geld – standen hindernd im Wege. Umgekehrt waren es nicht Wenige, welche den in den Betrieben gegründeten "Urlaubsheim Gemeinschaften" beitraten und freiwillig jahrelang regelmäßig ihr Scherflein für die gute Sache opferten.

Mit dem langsamen Ansteigen der Löhne und dem Vergessen, was der Krieg und die Geldentwertung an Bitternis und Entbehrungen mit sich gebracht hatten, kam der Wille auch bei den noch Abseitsstehenden, nun doch mitzumachen. Die weitere Entwicklung ging dann schnell.

Nachdem ein auf dem Grundstück vorhandenes altes Bauernhaus durch inneren Umbau erweitert worden war, konnten die ersten Gäste im Jahre 1925 aufgenommen werden. Der Kreis der Erholungssuchenden wurde mit den Jahren immer größer, so daß ein Teil davon bei den Ortseinwohnern untergebracht werden mußte. Die Fahrten von und zur Bahnstation wurden anfangs per Leiterwagen durchgeführt und danach von einem Personenauto abgelöst, welches auch nicht immer so wollte wie es sollte. So sah es zu Anfang aus.

Heute steht ein massiv gebautes Haus (das alte Heim ist 1935 einer Feuersbrunst zum Opfer gefallen) mit über 70 Betten den Urlaubern zur Verfügung. Aufenthaltsräume, Speisesaal und die Gästezimmer sind geschmackvoll, freundlich und modern eingerichtet.

Die Küche bietet gute und reichliche Verpflegung. Über die Lage und die Umgebung zu sprechen ist nicht nötig. Wer die Heide mit ihren Wacholderbüschen, schattigen Wäldern und sanften Hügeln kennt, weiß, dass es dort schön ist."